STIRBT EUROPA AUS?

28. Mai 2026

Am 22. Salzburg Europe Summit diskutieren Expertinnen & Experten über die Herausforderungen des demographischen Wandels in Europa.

Aktuell wird in den Medien auf Grund von Studien intensiv über den enormen Geburtenrückgang diskutiert. Welche Auswirkungen diese Entwicklung weltweit, europaweit und auf Österreich hat, wird von anerkannten Expertinnen und Experten beim 22. Salzburg Europe Summit am Sonntag, 27. September 2026 um 14.30 Uhr unter dem spannenden Titel „Stirbt Europa aus?“ diskutiert.


22. Salzburg Europe Summit


Der Geburtenrückgang zählt derzeit zu den meistdiskutierten demografischen Themen weltweit. Fast alle Industrieländer – und zunehmend auch viele Schwellenländer – liegen deutlich unter der sogenannten „Bestandserhaltungsgrenze“ von 2,1 Kindern pro Frau. In Österreich liegt die Geburtenrate aktuell sogar nur noch bei etwa 1,3 Kindern pro Frau – ein historischer Tiefstand.


In der Menschheitsgeschichte haben sich noch nie Menschen in so großer Zahl entschieden, keine oder nur eine ganz kleine Familie zu haben. Das ist beispiellos. 


Wenn weniger Kinder geboren werden und Menschen gleichzeitig länger leben, steigt der Anteil älterer Menschen stark an. Das führt dazu, dass immer weniger Erwerbstätige immer mehr Pensionistinnen und Pensionisten finanzieren müssen. Die Folgen sind steigende Kosten für Pensionen und Gesundheitssysteme, höhere Steuer- und Sozialabgaben und längere Lebensarbeitszeiten. Von dieser Entwicklung sind weltweit heute besonders Japan, Südkorea, China und viele europäische Staaten betroffen. Doch es wird noch ärger: die UNO erwartet, dass bis 2100 fast alle Länder der Welt unter der Bestandserhaltungsgrenze liegen werden.


Eine schrumpfende Bevölkerung bedeutet aber oft auch weniger Konsum, weniger Arbeitskräfte und geringeres Wirtschaftswachstum, sodass manche Ökonomen bereits von einer „demografischen Bremse“ für die Weltwirtschaft sprechen.  Länder mit jüngerer Bevölkerung – etwa in Afrika oder Teilen Südasiens – könnten wirtschaftlich und politisch an Bedeutung gewinnen.  Europa und Ostasien hingegen verlieren langfristig an Bevölkerungsanteil und damit möglicherweise auch an globalem Einfluss.


Europa gehört zu den Regionen mit den niedrigsten Geburtenraten weltweit.


In vielen EU-Staaten liegt die Rate unter 1,5 Kindern pro Frau. Eurostat rechnet langfristig mit einem deutlichen Rückgang der EU-Bevölkerung. Bis 2100 könnten rund 53 Millionen Menschen weniger in der EU leben. Besonders betroffen von dieser Entwicklung sind Italien, Spanien, Osteuropa und die baltischen Länder.  Diese Länder werden wohl stark von  Landflucht und Entleerung ländlicher Regionen betroffen sein.

Viele Staaten versuchen dem durch höhere Familienbeihilfen, Ausbau von Kinderbetreuung, steuerliche Vorteile etc. gegenzusteuern. Studien aber zeigen, dass es sich nicht nur um diese Fragen dreht, sondern dass sich die Lebensentwürfe grundsätzlich verändert haben.


Österreich ist keine Ausnahme


Wir erleben derzeit einen besonders starken Rückgang der Geburtenzahlen. Die durchschnittliche Kinderzahl pro Frau liegt aktuell bei etwas unter 1,30 – dem niedrigsten Wert seit Beginn der Statistik. Das hat natürlich gravierende Auswirkungen auf das österreichische Pensionssystem, das auf dem Generationenvertrag basiert, wonach die arbeitende Bevölkerung die Pensionen der Älteren finanziert. Außerdem gibt es Veränderungen in den Regionen. Ländliche Gebiete verlieren oft junge Menschen zuerst. Das führt zu Schulschließungen, weniger Nahversorgung, Abwanderung und Überalterung ganzer Gemeinden, während die großen Städte häufig weiterwachsen – vor allem durch Zuwanderung. Ohne Zuwanderung würde Österreichs Bevölkerung langfristig deutlich schrumpfen, was das Thema wieder politisch besonders sensibel macht.


Eines steht fest: Der Geburtenrückgang ist kein kurzfristiges Phänomen, sondern ein tiefgreifender gesellschaftlicher Wandel. Weltweit verändert er Wirtschaft, Politik und soziale Systeme. Europa und besonders Österreich stehen vor der Herausforderung, alternde Gesellschaften finanzierbar zu halten und gleichzeitig lebenswerte Bedingungen für Familien zu schaffen. Die zentrale Frage lautet daher nicht nur, wie mehr Kinder geboren werden könnten, sondern auch, wie Gesellschaften mit weniger und älteren Menschen funktionieren können.



IRE-FORUM: Stirbt Europas aus?

Der demographische Wandelals Herausforderung


Sonntag, 27. September 2026
14.30 Uhr, Salzburg Congress


MODERATION

HEIDI HUBER, Journalistin


KEYNOTE

Martin bujard, Forschungsdirektor des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung, Deutschland


PANEL

EVA BEAUJOUAN, Demographin, Direktorin Wittgenstein Centre for Demography and Global Human Capital (tbc)

Martin Fieder, Anthropologe an der Universität Wien

Gudrun Kugler, Abgeordnete zum Nationalrat, Berichterstatterin der Parlamentarischen Versammlung der OSZE, Österreich

Stephan Marik-Lebeck, Leiter "Demographie und Gesundheit" bei der STATISTIK Austria



>>> Programm & Anmeldung


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At the invitation of the Institute of the Regions of Europe (IRE), H.E. Maida Gorčević , Minister for European Affairs of Montenegro, will visit Salzburg.
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Auf Einladung des Instituts der Regionen Europas (IRE) kommt S.E. Bajram Begaj, Staatspräsident von Albanien, nach Salzburg.
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Bundeskanzler a. D. und Außenminister a. D. Alexander Schallenberg ist neues Mitglied des Board of Patrons des Instituts der Regionen Europas (IRE)
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Auf Einladung des Instituts der Regionen Europas (IRE) kommt I.E. Gordana Siljanovska Davkova, Staatspräsidentin der Republik Nordmazedonien nach Salzburg.
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Interview with Kata Tüttő, President of the European Committee of the Regions (CoR), frm. Deputy Mayor of Budapest (HUngary). 1. You became actively involved in municipal politics in your home country in the late 1990s. What fascinates you about local and regional politics? What fascinates me about local politics is the constant learning. As a local leader, you stand at the interface between the experts who run public services and the citizens who experience the results in their everyday lives. Your responsibility is both to make decisions between alternative options and to explain those choices to citizens — especially in moments of crisis or when difficult trade-offs must be made. To do that, you need to understand the issues quite deeply. And that means constantly learning about things you would never imagine needing to know. City management suddenly takes you into unexpected fields: the science of lubricants that reduce the screeching of tram rails, the difference between biological and chemical mosquito control, the problems caused by braking sand used by trams, the ecology of trees, how the daily electricity market works, how water pipes behave under pressure, or how bacteria keep a wastewater treatment plant functioning. You learn about winter road maintenance, groundwater movements under the city, and many other hidden systems that keep urban life running. This is what fascinates me: local politics forces you to dive into the real mechanics of how a city works. It constantly reminds you that behind everyday services there is a world of expertise — and that almost nothing in city governance is as simple as it first appears. 2. You are familiar with both the local/regional level and the European level of politics. Would you say there is a trend toward centralization—at all levels, both within the EU and within nation states? After all, subsidiarity is supposed to be a fundamental principle… Yes, there is clearly a trend towards centralisation — and in moments of crisis this is partly natural. Emergencies create a political gravity that pulls power, attention and resources toward the centre. When societies face financial shocks, pandemics, security threats or geopolitical instability, governments naturally seek stronger coordination and faster decision-making. In such situations, centralisation can be necessary. But good governance is not about staying in emergency mode forever. What we are experiencing today is a succession of crises that risks turning emergency logic into a permanent state. And when power, attention and resources are constantly pulled to the centre, systems gradually lose balance. Public governance operates with limited resources — not only money, but also administrative capacity, political focus and problem-solving energy. If everything becomes centralised, those resources are quickly overstretched and decisions move further away from the realities on the ground. This is precisely why subsidiarity is such an important principle in the European Union. It is not just a legal rule; it is a principle of good governance. When some challenges require stronger central coordination, other responsibilities should move closer to citizens — to cities, regions and local authorities. Decentralisation is not fragmentation. It is how a complex system builds resilience. By empowering different levels of government, you create reserves of knowledge, flexibility and response capacity across the system. In the long run, governing well means constantly searching for balance. A system that only concentrates power at the centre will eventually become both inefficient and fragile. A resilient Europe is one where the centre provides direction and solidarity, while cities and regions have the space and responsibility to act. 3. Negotiations on the Multiannual Financial Framework are currently underway, and it appears that there may be changes to funding for regions. In the future, these funds are expected to go to the states or central governments rather than directly to the regions. Supporters speak of administrative simplification, but does this not risk another step toward (national) centralization? There is a legitimate discussion about simplification. The current system can indeed be complex, and we should always look for ways to make European funds easier to manage and faster to deploy. But simplification should not become a pretext for re-centralisation. If funding becomes mainly channelled through national plans managed by central governments, we risk losing that territorial connection. Decisions may become more distant from the places where investments are actually implemented. At the same time, cohesion resources would start competing with other policy priorities for scarce funding, while allocation decisions at national level are often driven by strong short-term political pressures. This combination puts the very foundations of Cohesion Policy at risk. Cohesion policy has been one of the EU’s most successful policies precisely because it connects European investment with regional realities. Cities and regions help identify needs, design projects and ensure that investments actually respond to local challenges — whether in infrastructure, innovation, energy transition or social development. This is not only a question of institutional balance. It is also about effectiveness. Europe’s strength and resilience come from mobilising the potential of its regions — not concentrating decisions in a few capitals. 4. Which three priorities or issues would you like to advance during your term in the Committee of the Regions, or “in Brussels”? First, defending a strong Cohesion Policy. Cohesion policy is one of the EU’s most important tools for ensuring that the major transitions we are facing — industrial transformation, climate adaptation, demographic change and digitalisation — succeed across all regions of Europe. It must remain a strong, predictable, visible and stand-alone decentralised European investment policy built on partnership with regions and cities that mobilises the potential of every region. Cohesion policy should not be dissolved into a national envelope and reduced to a short-term “charity” or emergency fund. Second, water resilience. Across Europe we are increasingly facing droughts, floods and growing competition for water between households, agriculture, ecosystems and industry. Water is becoming a strategic resource. Cities and regions are facing enormous pressure and need strong, sustained European attention to water infrastructure, water management and climate adaptation. And third, women’s health. I have committed to bringing more attention to the often invisible gaps that women face, particularly in areas such as health beyond reproductive age. Local and regional authorities play a key role here — from healthcare systems to public services and workplace policies.
von Stefan Haböck 16. April 2026
Die Salzburger Bundesrätin Andrea Eder-Gitschthaler besuchte das Institut der Regionen Europas (IRE) zu einem Austausch über regionale und europäische Themen Salzburg. Einig waren sich Bundesrätin Andrea Eder-Gitschthaler und IRE-Vorsitzender Franz Schausberger, dass die demographische Entwicklung in Europa eine der größten Herausforderungen für unsere Gesellschaft ist. Seien es der Rückgang der Geburtenrate, eine - zum Glück - immer älter werdende Bevölkerung oder Zunahme der Bedeutung von Pflege, haben massive Auswirkungen auf Medizin, Wirtschaft, Soziales, also auf alle Bereiche der Gesellschaft. Als Obfrau des Seniorenbundes Salzburg setzt sich Andrea Eder-Gitschthaler auf regionaler Ebene mit allen Themen, die aktives Leben der Generation 50+ betrifft, intensiv auseinander. Sie engagiert sich auch als Mitglied in der Parlamentarischen Versammlung des Europarates für das Thema Altern in Würde und gegen Diskriminierung älterer Bürgerinnen und Bürger. Der 22. Salzburg Europe Summit widmet sich am Sonntag, 27. September 2026 im Salzburg Congress dem Thema "Demographischer Wandel" und diskutiert in einer Expertenrunde zu "Stirbt Europa aus?". >>> Informationen Andrea Eder-Gitschthaler
von Stefan Haböck 16. April 2026
Innovatives Unternehmen mit europäischem Fokus tritt dem IRE bei
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