Salzburg Europe Summit: Europa als Global Player?
Europas globale Rolle braucht wirtschaftliche Stärke und politische Handlungsfähigkeit

Am 22. Salzburg Europe Summit empfingen IRE-Vorsitzender Franz Schausberger, Landeshauptfrau Karoline Edtstadler und Bürgermeister Bernhard Auinger die Staatspräsidentin von Nordmazedonien, I.E. Gordana Siljanovska-Davkova, die Vize-Premierministerin von Moldau, Cristina Gherasimov und Klára Breuer, Staatssekretärin von Ungarn.
>>> zum Video der Session "Europa - noch ein Global Player?"
Salzburg. Ist Europa noch ein Global Player? Dieser Frage widmete sich ein hochrangig besetzter Dialog beim Salzburg Europe Summit 2026. Vertreter aus Politik, Diplomatie und Wirtschaft waren sich darin einig, dass Europa weiterhin über erhebliche wirtschaftliche, politische und gesellschaftliche Ressourcen verfüge, diese aber entschlossener und strategischer einsetzen müsse.

Nordmazedoniens Staatspräsidentin Gordana Siljanovska-Davkova bezeichnete die europäische Integration als historische Erfolgsgeschichte, mahnte jedoch größere strategische Autonomie und schnellere Entscheidungsfähigkeit ein. Besonders die Integration des Westbalkans sei eine Frage der europäischen Glaubwürdigkeit und Resilienz. Kandidatenländer bräuchten eine verlässliche Beitrittsperspektive. Ein allfälliges geopolitisches Vakuum am Westbalkan könne von anderen Mächten genutzt werden.
Bundeskanzler Christian Stocker hob in einer Videobotschaft die Bedeutung der EU-Erweiterung hervor. Die Stabilität des Westbalkans habe direkte Auswirkungen auf Österreich. Österreich wolle dabei weiterhin als verlässlicher Partner auftreten und seine traditionelle Rolle als Brückenbauer wahrnehmen.

Die moldauische Vizepremierministerin Cristina Gherasimov warnte vor zunehmender russischer Einflussnahme und hybriden Bedrohungen. Für Moldau sei der europäische Weg von existenzieller Bedeutung. Russland versuche gezielt, demokratische Prozesse und die europäische Einheit zu schwächen; entsprechend müsse Europa stärker in demokratische Resilienz und Sicherheit investieren.

Die ungarische Staatssekretärin Klára Breuer rückte Europas Wettbewerbsfähigkeit in den Mittelpunkt. Europa dürfe bei Schlüsseltechnologien wie künstlicher Intelligenz, Halbleitern und Cloud-Infrastruktur nicht weiter gegenüber den USA und China zurückfallen. Ein vertiefter Binnenmarkt, leistungsfähige Energieinfrastruktur, Innovation und die Sicherung europäischer Talente seien entscheidende Voraussetzungen dafür, dass Europa global handlungsfähig bleibe.

Der britische Botschafter in Österreich, Nick Pickard, zeigte sich überzeugt, dass Europa weiterhin ein bedeutender globaler Akteur sei. Sicherheit, Verteidigung, Wissenschaft und Technologie hätten Großbritannien und die Europäische Union zuletzt wieder enger zusammengeführt. Gleichzeitig müsse Europa mehr Verantwortung für seine eigene Sicherheit übernehmen und seine technologische Wettbewerbsfähigkeit stärken.

Aus Sicht der Wirtschaft warnte Frank Niederländer, Vice President Government Affairs Europe der BMW Group, vor einem europäischen Tempoverlust. Globale Lieferketten, Produktionsstrukturen und Geschäftsmodelle veränderten sich bereits grundlegend. Der Weltmarkt werde nicht darauf warten, bis Europa seine internen Debatten abgeschlossen habe. Europas entscheidende Stärke bleibe der Binnenmarkt, der jedoch stärker integriert und international wettbewerbsfähiger werden müsse.
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