IRE SIEHT NEUE DEBATTE UM EU-BEITRITT ISLANDS POSITIV
2. April 2026
IRE sieht Islands wiederbelebte Debatte rund um den EU-Beitritt positiv

In einer autoritären Welt mit immer aggressiver auftretenden Mächten, bietet die EU besonders für kleinere und mittlere Staaten Schutz und Vorteile.
Salzburg.
Island wird Ende August 2026 ein Referendum über die Wiederaufnahme von Beitrittsverhandlungen mit der Europäischen Union durchführen. IRE-Vorsitzender Fanz Schausberger begrüßt die Entscheidung der Regierung in Reykjavík und sieht die wiederbelebte Debatte rund um den Europäischen Einigungs- und Erweiterungsprozess positiv.
Sowohl der tragische Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine als auch die Drohungen der Trump-USA gegenüber Kanada und mehreren europäischen Staaten haben in Europa die Erweiterungspolitik wiederbelebt. Nachdem die Ukraine und die Republik Moldau Kandidatenstatus erhielten und Montenegro sich einen EU-Beitritt 2028 zum Ziel setzte, hat auch im Norden Europas die Diskussion um Schutz innerhalb eines demokratischen vereinten Europas wieder Fahrt aufgenommen.
„Völkerrechtliche Normen, Abkommen und Prinzipien wie territoriale Integrität werden schrittweise durch das Recht des Stärkeren ersetzt. Für kleinere und mittlere Staaten stellt das eine Gefahr dar, für manche wurde es mittlerweile zu einer Überlebensfrage,“ erklärt IRE-Vorsitzender Franz Schausberger.
Eine Mitgliedschaft bietet besonders kleinen und mittleren Staaten die Chance der gleichberechtigten Mitsprache und Mitbestimmung, aber auch Schutz und Solidarität in Krisenzeiten.
Information:
Island hat zwar 2013 den Beitrittsprozess unterbrochen, vor allem wegen der Frage von Fischereipolitik, ist aber in den EU-Binnenmarkt integriert und Schengen-Vollmitglied. Die aktuelle Regierung des Inselstaates, der rund 400.000 Einwohner hat, betonte, dass innerhalb der EU und mit gleichgesinnten Ländern die Interessen des Inselstaates stärker vertreten werden können.
Das in Salzburg ansässige Institut der Regionen Europas (IRE) setzt sich seit 2004 für eine aktive Erweiterungspolitik der Europäischen Union ein und unterstützt Gemeinden, Regionen, Institutionen und Unternehmen bei grenzüberschreitender Vernetzung und Kooperation.
Foto:
Franz Schausberger mit I.E. Helga Hauksdóttir, Botschafterin von Island in Wien
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